Wilder Campingplatz geräumt

Für reichlich Ärger und Aufregung sorgte ein wilder Campingplatz im Irsinger Bunkerwald – nach zwei Monaten griff das Landratsamt jetzt durch

Deutliche Spuren der zweimonatigen Nutzung als Campingplatz (Foto privat)

Ende Mai trafen zahlreiche Wohnmobile auf einer Waldwiese im Irsinger Bunkerwald ein und errichteten dort, mit Erlaubnis des Eigentümers, jedoch ohne Bauantrag und Zustimmung des Landratsamtes einen wilden Campingplatz (wir berichteten [weiterlesen…]). Nach zahlreichen Beschwerden durch Nachbarn, Jagdpächter und Anwohner, sah sich das Landratsamt Unterallgäu, nach knapp zwei Monaten des Abwartens, zum Handeln gezwungen, da bisherige Aufforderungen das wilde Campen zu beenden nicht nachgekommen worden war. Dazu Sylvia Rustler von der Pressestelle des Landratsamtes Unterallgäu gegenüber Ischinga.de: „Wir haben die Nutzung als Campingplatz untersagt. Der Eigentümer des Grundstücks muss nun dafür sorgen, dass dort nicht mehr gecampt wird.“ Bereits Ende Juni war eine entsprechende Aufforderung an den Landwirt gerichtet worden. “Es erfolgte jetzt die Aufforderung das Grundstück im Laufe der nächsten Woche zu räumen,” so Bürgermeister Christian Kähler Anfang Juni auf Anfrage von Ischinga.de.

Plötzlich weg – doch nicht spurlos

Nach der erneuten Aufforderung des Landratsamtes wurde der Campingplatz im Wald in der Nacht von Samstag auf Sonntag durch die inzwischen gut 20 Wohnwagennutzer geräumt, jedoch nicht ohne Spuren für die Umwelt. Einen ganzen Anhänger voller Müll, Chemikalienbehälter mit Korrosiv Warnhinweisen, eine zurückgelassene Waschmaschine sowie Toilettenpapier und menschliche Exkremente im umliegenden Wald, zeugen von der Dankbarkeit der Nutzer für die freundliche Überlassung der Wiese. Ob auch Chemikalien aus den Chemietoiletten im Wald entsorgt wurden muss noch geklärt werden, entsprechende „Verätzungen“ im Wald lassen hier zumindest einen Anfangsverdacht aufkommen. Die Frage nach einer Ortsbegehung zur Begutachtung des Flur- und möglicher Umweltschäden der unteren Naturschutzbehörde, wollte uns das Landratsamt weder bestätigen noch dementieren.

Die nächsten Tage wird sich die Natur von den Schäden erholen müssen. Ob die Zweckentfremdung der landwirtschaftlichen Wiese als Campingplatz noch weitere Folgen im Rahmen eines Bußgeldes gegen den Landwirt nach sich ziehen wird, wollten die Behörden nicht kommentieren.

Fotos von der Wiese