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First Responder – Eine Zwischenbilanz

792 Kilometer im Einsatz für Menschen in Not

Bild (v. l. n. r.) Bürgermeister Christian Kähler, Daniel Lesti, Markus Wexel und Raphael Bögge (Foto: Rizer)

Vor sechs Monaten startete der First Responder Türkheim den Dienst in der Marktgemeinde Türkheim. Am Montag trafen sich die Verantwortlichen des Projekts, Bürgermeister Christian Kähler, Daniel Lesti als Leiter des First Responder Teams, Markus Drexel vom BRK Türkheim und Raphael Bögge, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Irsingen, in der Feuerwache Türkheim, um eine erste Bilanz zu ziehen – und diese hat es in sich.

“Seit dem 01.01.2022 ist das Einsatzfahrzeug, welches durch 32 ehrenamtliche Feuerwehr- und Rettungsdienstkräfte besetzt wird, 83 mal zum Einsatz gerufen worden,” so Daniel Lesti, Leiter der First Responder Gruppe Türkheim in seinem Bericht. “Ganze 13,57 Stunden waren die Helferinnen und Helfer direkt am Patienten tätig und haben damit die therapiefreie Zeit zwischen dem Notruf und dem Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken können.” Die Tätigkeiten reichten dabei von einem einfachen Insektenstich bis zu einem schweren Polytrauma nach einem Verkehrsunfall. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, unterzogen sich die Helferinnen und Helfer einer 80 stündigen Ausbildung zum First Responder.

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Fast 800 Kilometer hat das Einsatzfahrzeug seitdem zurückgelegt. Auch wenn der Schwerpunkt der Einsätze im Bereich der Marktgemeinde Türkheim liegt, wurde die schnelle kompetente Hilfe auch bereits durch die Nachbargemeinden Bad Wörishofen und Stauden genutzt.

Im Einsatz ist der First Responder nahezu jedes Wochenende von Freitag 18 Uhr bis Montag 06 Uhr. Sowie an Feiertagen. “Teilweise,” ergänzte Lesti, “ist das Fahrzeug auch unter der Woche besetzt.”

Angefordert wird der First Responder über die Integrierte Leitstelle Donau-Iller in Krumbach. Geht hier ein medizinischer Notruf ein, kann der Disponent, neben dem Rettungswagen und Notarzt auch den First Repsonder hinzualarmieren. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Rettungswagen eine längere Anfahrt hat und beispielsweise aus Buchloe, Landsberg oder Schwabmünchen anrücken muss. Der First Responder trifft teilweise bereits zwei Minuten nach dem Notruf beim Patienten ein.

Stolz ist Raphael Bögge, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Irsingen auch auf die gute Zusammenarbeit der verschiedenen Hilfsorganisationen im Dienstbetrieb: „Es fahren auf dem First Responder gemischte Teams verschiedener Organisationen. Das Einsatzfahrzeug ist in der Regel mit zwei Personen besetzt – die von Zuhause direkt zur Einsatzstelle ausrücken.” Neben der Freiwilligen Feuerwehr Irsingen stellen die Feuerwehren aus Türkheim, Rammingen und Wiedergeltingen, sowie das BRK Personal für den First Responder. Auch zwei Ärzte – davon ein angehender Notarzt – gehören zum Team des First Responder. “Wir wollen jeden Tag besser werden!” lautet das Credo von Bögge.

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Gerade die Schichtbesetzung bleibt weiterhin eine Herausforderung. Durch die nachlassenden Corona Beschränkungen und damit wieder mehr Festen und Veranstaltungen am Wochenende, sowie dem schönen Sommerwetter, stehen weniger Freiwillige für die Wochenenddienste zur Verfügung. “Bisher hat uns das nichts ausgemacht,” so Bögge auf Nachfrage, “wir konnten mit unseren 32 Helferinnen und Helfern bisher den Wochenenddienst sicherstellen.” Damit dies so bleibt, wurde natürlich auch die Werbetrommel gerührt. “Wer mitmachen will, kann auch gerne vorher mal reinschnuppern und einen Dienst als Dritter mitfahren,” erläutert Markus Wexel vom BRK, “danach kann sich dann immer noch entschieden werden, die Ausbildung zum First Responder zu starten.” Diese 80-stündige Ausbildung ist für die Helfer und Helferinnen kostenlos. “Voraussetzung ist jedoch die Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr oder beim Rettungsdienst”, ergänzt Wexel. Dies hat unter anderem versicherungsrechtliche Gründe.

Besonders stolz zeigte sich Türkheims 1. Bürgermeister Christian Kähler zu dem Projekt. Nicht nur, dass die Marktgemeinde, neben Bad Grönenbach, nur eine von zwei Gemeinden mit einem funktionierenden First Responder ist, auch das Engagement sowie die hohe Einsatzzahl beeindruckten. Auch möchte er im Namen der Marktgemeinde was an die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer zurückgeben: “Wir planen ein Dankefest für die Menschen, welche sich im First Responder Team ehrenamtlich engagieren…damit möchten wir unseren Dank für die Einsatzbereitschaft ausdrücken.” so Kähler. Die Marktgemeinde stemmt die laufenden Betriebskosten des Einsatzfahrzeuges und hatte gemeinsam mit einem Sponsor die Anschaffungskosten des Fahrzeuges übernommen. Dankbar zeigte sich Kähler auch bei den lokalen Unternehmen und Organisationen, welche mit Spenden das Projekt unterstützen. Dies beginnt bei Großspenden bei der Fahrzeugbeschaffung bis zu Verbandmaterial und medizinischen Artikeln, die durch eine Türkheimer Apotheke gestellt werden.

“Weitere Spenden sind natürlich mehr als erwünscht,” so Kähler weiter. Unternehmer und Bürger können entweder direkt an die Marktgemeinde Spenden oder an die beteiligten Feuerwehren und Hilfsorganisationen.

Nach einem halben Jahr kann daher nur gesagt werden: Macht weiter so!