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Der Strom kommt eben nicht aus der Steckdose

Eine neue Photovoltaik Fläche im Süden von Irsingen erhitzt derzeit die Gemüter im Ort. Während die Gegner von einer vollständigen „Verschandelung“ sprechen, sehen die Befürworter den Bedarf an eneuerbarer Energie. Ein Kommentar von Jeremy Rizer.

Solarpanele auf einem Feld (Foto Pexels)

Die Kraftstoffpreise schießen in ungeahnte Höhen, auch der Strompreis steigt stetig. Gleichzeitig ist der Bedarf an Energie von Jahr zu Jahr wachsend. Und mit der anlaufenden eMobilität wird sich dieser Preis- und Nachfragetrend weiter erhöhen. Um den wachsenden Bedarf zu decken braucht es Energie die unabhängig von fossilen Quellen sind, erneuerbare Energie also.

Viele wollen oder müssen sich in Zukunft mit den Themen Individualmobilität aber auch Energieversorgung unabhängig von den fossilen Trägern auseinandersetzen. Während immer noch manch einer zu glauben scheint, dass der Strom ja aus der Dose kommt, verändert sich die Ausgangsituation massiv. Und das nicht erst, seit Putin seinen Privatkrieg gegen die Ukraine gestartet hat. Deutschland steigt aus; aus der Atomkraft, der Braunkohle, der Steinkohle usw., währenddessen wir gleichzeitig bereits jetzt den höchsten Strompreis pro kWh weltweit haben.

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Woher soll also der benötigte Strom kommen?

Es bleiben also vorerst nur Wind, Wasser und Sonne. Aber das kommt eben auch nicht so in die Stromleitung, wobei die Stromleitung ja bereits der Anfang des Problemes ist. Denn, wo lässt sich aus Wind am meisten Strom erzeugen? Richtig am Meer oder besser im Meer. Doch dieser Strom aus dem Norden muss irgendwie in den Süden kommen. Hier fangen die Probleme aber bereits an. Seit Jahren gibt es Streit um die Stromtrasse, gerade in Bayern fürchten viele Anwohner negative Auswirkungen auf ihre Gesundheit, wenn die dicken Stromleitungen unter oder an ihren Häusern vorbeilaufen. Somit kommt dieses Projekt nur sehr langsam voran. Nun gut, dann stellen wir die Windräder halt hier in Bayern auf und machen den Strom halt selber. Nein! Das geht auch nicht. Mindestabstände, Schatten und Vogelschutz stehen auch hier im Wege. Dann machen wir halt was mit Wasserkraft? Der Aufstand der Fischer und Naturschützer stoppt auch hier jede Investition. Wie weiter? Sonne! Nehmen wir die Sonne und bauen ein paar PV-Anlagen. Hier scheint die Akzeptanz in der Bevölkerung am höchsten zu sein – man sieht es ja quasi auf jedem Hausdach – doch die Rechnung geht auch hier nicht auf. Denn effiziente und große Solarkraftwerke in Form von PV Flächen wird in breiter Mehrheit abgelehnt – nicht noch mehr Flächenfraß auf wertvollen landwirtschaftlichen Flächen.

Geplantes PV Feld bei Irsingen sorgt bereits jetzt für Ärger

Ganze 10 Fußballfelder groß soll eine neue PV Anlage im Süden von Irsingen entstehen. Und genau diese Anlage ruft jetzt die Kritiker auf den Plan. Unter dem Motto „Irsingen soll schöner werden!“ kursiert ein Flugblatt durch den Ort. Der oder die Urheber machen die Mitbürger in ihrem Schreiben darauf aufmerkam, dass die Qualität im Ort nachhaltig gefährdet ist:

Im Norden: Autobahn, Bahnlinie, PV-Anlagen
Im Westen: Kiesgrube, Gewerbegebiet
Im Osten: Autobahnlärm welcher über die Wertach kommt
Im Süden: E-Werk + den Hochspannungsmasten

Und „jetzt soll noch eine PV-Anlage…entstehen…“ und das keine 200 Meter von Irsingen entfernt.

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Gemeinderat beschäftigt sich mit der Anlage

Am kommenden Donnerstag wird sich der Marktgemeinderat mit der Frage zur geplanten neuen PV-Anlage beschäftigen. Der oder die Verantwortlichen des Flyers rufen die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, dieser öffentlichen Sitzung beizuwohnen. Wir werden über den Ausgang dieser Entscheidung berichten.

Sicher sprechen viele Gründe gegen die PV-Anlage und generell gegen PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen die damit meistens dauerhaft unbrauchbar werden – auf der anderen Seite muss der Strom auch irgendwie und irgendwo produziert werden, der hier in unserem schönen Bayern auch verbraucht wird.

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